Eine Folie mit den Preisen für eine dezentrale Anlage wurde besonders lange diskutiert. Hier schwanken die Preise von 60,00 €/t bis 26,00 €/t Klärschlamm von kleinen bis mittleren Anlagen (2.500 t/a bis 25.000 t/a Originalsubstanz mit einem TS von 25 %). ES+S und ROSOMA sind sich einig, dass Lösungen für größere Mengen an Schlamm zu individuell vom Kundenwunsch abhängen, so dass eine zuverläßliche Preisabschätzung nicht mehr seriös erscheint.
Zusammenfassend referierte Herr Spiegelberg die Vorzüge einer Anlagenkombination Trocknung/ SWSF:
· Konzeption für kleine und mittlere Anlagen
· Verbrennung von Rechen- und Sandfanggut
· Nutzung von Klärgas (statt abfackeln)
· Optional Stromerzeugung möglich
· Hohe Verfügbarkeit bei langen Standzeiten
· Relativ geringe An- und Abfahrzeiten (kleiner einen Tag)
· Flexibler Trocknungsgrad einstellbar
· Fernüberwachung der Anlage
· Exakte Temperaturführung bei der Verbrennung
· Keine Bettaschen, nur Flugasche
Nach einem gemütlichen und sättigenden Mittagsessen mit zahlreichen Diskussionen fuhr man gemeinsam zur Technikumsanlage der Uni Rostock, Institut für Energie und Umwelttechnik. Die Teilnehmer wurden von Dr. Wolf empfangen, der die Technik und die Möglichkeiten der Testanlage erläuterte.
In der SWSF können von gasförmigen, pastösen, flüssigen bis hin zu festen Stoffe alle kalorisch einigermaßen verwendbaren Stoffe zur Verbrennung genutzt werden.
Neben den gasförmigen Bestandteilen wie die Gase CO2 , CO, H2S, HCl, HF etc. können auch eventuell zurückbleibende organische Verbindungen per Massenspektrometer bestimmt werden. Herr Dr. Wolf verwies auf die flammenlose Verbrennung und erwähnte seinerseits nochmals die exakte Verbrennungstemperatur bei dem Prozess. Gegenüber Rostfeuerungen können keine „Verpuffungen“ bei erhöhter Zufuhr von Brennstoffen eintreten. Dies sei möglich, da der Brennstoffgehalt in dem Sandbett nur etwa 2 % betrage, daher sei so etwas nicht möglich. Die Teilnehmer informierten sich dann in kleinen Gruppen zu Einzelheiten der Anlage.
In seinem Vortrag und auch bei der Besichtigung der Technikumsanlage verwies Herr Spiegelberg darauf, dass diese Anlagen nach der 17. BImSchG zu genehmigen sei. Das die darin enthalten Abgasnornen deutlich unterschritten werden, sei kein Thema. Es bedürfe aber für die Genehmigung eines genehmigungsfähigen Standortes, der z.B. in einem ausgewiesenen Industriegebiet zu finden sei. Ansonsten müsse man den Standort „genehmigungsfähig“ machen.
Nach der Führung trennte man sich. Einige der Interessenten fuhren mit Herrn Polaszewski von der ES+S zu der Anlage in Röntgendorf und verschafften sich dort einen lebendigen Eindruck, andere fuhren wegen ihres langen Anfahrtsweges nach Hause und eine dritte Gruppe kehrte zu konkreten Verhandlungen zur ROSOMA zurück.
Herr Langpohl (ROSOMA) und Herr Spiegelberg (ES+S) waren mit der Veranstaltung hoch zufrieden und kündigten an, das wahrscheinlich noch in diesem Jahr eine zweite Tagung folgen werde.
Dr. Thomas Paust